2.2.2016
Wir sind uns nicht sicher sind ob uns Chile oder Argentinien besser gefallen hat, aber auf jeden Fall schlagen unsere Herzen für Argentinien!
In über einem Monat sind wir quer durch das Land gereist und haben uns drei komplett unterschiedliche Orten angesehen.:
- Maipu/Mendoza: die Weingegend in der Andenregion
- Die pulsierende Metropole Buenos Aires
- Das Naturwunder Cataratas de Iguazu: die größten Wasserfälle der Welt
Zu den Wasserfällen haben wir Euch noch gar nichts erzählt! Das soll sich jetzt ändern...
Argentina, Puerto Iguazu, 1. Februar 2016
Ein lokaler Bus bringt uns tief in den Jungle zum Eingang des
Nationalparks. Der Eintritt macht 260 argentinische Pesos aus (das waren zum damaligen Zeitpunkt 16 € pro Person).
Man bekommt einen Plan und eine rostige Machete in die Hand gedrückt (Machete muss man beim Verlassen wieder abgeben). Und los geht das Abenteur in den Jungle.
Bereits früh bahnt sich tosendes Gedonner an und je weiter man sich in die grüne Hölle vorwagt, desto lauter wird es. Nach einer schweißtreibenden Wanderung durch das schwüle Dickicht kommt man zu einer Lichtung. Auf dem schmalen Pfad sollte man den Blick nicht nach oben richten - giftige
Arañas aller Größen betten ihre riesigen Netze in das Urwalddach und überspannen Flächen so groß wie ein Kinderspielplatz.
In der Ferne hört man das Gebrüll der Affen die Artgenoßen vor einem hungrigen Jaguar warnen (beim Eingang hat man uns bereits darauf vorbereitet "wenn man keine Vögel mehr hört, ist der Jaguar schon sehr nahe"). Dann und wann kreuzt eine Tarantel den Weg des Mosquitozerstochenen Abenteurers. Allen Gefahren zum Trotz geht es weiter durch den Jungle mit dem Ziel in den "Garganta del Diablo" zu blicken - den Teufelsrachen, wie ihn die Einheimischen nennen.
Von nun an wird man von einem kleinen Rinnsal begleitet welches allmählich zu einem Bach heranwächst. Den Weg leitet das Tosen des Wassers und das wird bald so laut, dass man das eigene Wort nicht mehr versteht - es ist nicht mehr weit zu den größten Wasserfällen der Welt!
Endlich lichtet sich der Urwald. Er endet aprupt, der Boden fällt senkrecht ab und das Wasser stürzt zig Meter steil hinab. Ein atemberaubender Ausblick auf ein riesiges Tal. Von allen Seiten und verschiedenen Ebenen rauschen Wasserfälle aller Größe in die Tiefe - so viele, dass man sie nicht zählen kann. Unten angekommen mischen sich die Wassermassen und werden durch die Wucht des Aufpralls wieder in die Höhe geschleudert. Ein feiner Dunstnebel liegt über dem Spektakel und lässt die Luftfeuchtigkeit ins Unerträgliche steigen. Aber es weht eine kühle Brise und der Dunst legt sich auf die Oberfläche des erschöpften Organismus.
Mit ziemlich genau dieser Erwartung sind wir dann am 2. Februar mit dem Bus zu den Cataratas de Iguazu aufgebrochen.
Tätsächlich hält der Nationalpark alle Annähmlichkeiten bereit damit ein übergewichtiger Amerikaner in den mittleren Jahren, der kurz vor dem Herzinfarkt steht, bequem & gefahrlos jede Ecke des ca. 67 Hektar großen Areals erreichen kann.
What an adventure!
Wir haben den Park zu Mittag betreten und in etwa 300 Fotos geschossen, viele Schmetterlinge, ein paar Spinnen, 1 Krokodil, 3 Affen, einige Waschbären und selbstverständlich viel Wasser fallen gesehen. Gegen 18:00 Uhr verließen wir den Park dann völlig erschöpft aber glücklich wieder.
Jedem, der die Gelegenheit hat die Cataratas de Iguazu zu besuchen, sei dieses gigantische Naturspektakel empfohlen. Uns lief sogar eine blinde Touristin über den Weg!
Mit
einem ausgiebigen Asado ging unser letzter Abend in Argentinien dann zu
Ende. Der darauffolgende Tag war verregnet, wie eigentlich alle Tage in Puerto
Iguazu. Wir trotzten dem Wetter und besuchten ein Auffanglager für
verletzte Wildtiere und haben dort noch mehr Junglebewohner gesehen.
Danach ging es ab, 15 km bis über die Grenze nach Brasilien, "Foz do Iguazu" und mit dem Flugzeug in die brasilianische Metrole
Belo Horizonte.
Nächste Etappe: Brasilien zur Karnevalssaison.
SAMBA, baby!