21.11.2015
Hallo Ihr Lieben!
Nach ein paar Tagen in Tulum melden wir uns wieder zurück aus Playa del Carmen..
Tauchen war letzte Woche leider wetterbedingt nicht (holen wir diese Tage aber nach).
Was haben wir in Tulum getan?
Herrlich gespeist und viel geschwitzt. Im tropischen Jungle. Hat sich aber ausgezahlt! Hier die
Beweisfotos
Zuerst sind wir zu den alten Ruinen der Stadt Zama - dem jetzigen Tulum. Früher eine Mayastadt mit zigtausenden Einwohnern ist sie aus
unerfindlichen Gründen untergegangen und nicht mehr bewohnt - außer den Touri-Horden die tagtäglich drübertrampeln.
Das gilt übrigens für die gesamte Mayakultur (Bauern & Sammler) - Spekulationen tendieren in die folgenden Richtungen:
x Wassermangel (haben doch glatt ihre Toten in ihre einzige Süßwasserquelle, das Unterwasser/Cenoten System geschmissen)
x Rodung der Wälder auf Yucatan zur Ziegelherstellung um die heutigen Ruinen zu erbauen (ergo gestörtes Umweltgleichgewicht)
x eingeschleppte Krankheiten der Conquistadores (Masern, Pocken..)
oder
x systematische Ausrottung durch Conquistadores.
Das sind die populärsten Spekulationen. Vermutlich ist an jeder Überlegung etwas dran!?
Nach den Ruinen von Tulum sind wir am darauffolgenden Tag
mit dem Mietauto nach Coba.
Coba ist eine alte, verlassene
Ruinenstadt im Jungle, die nur teilweise
saniert wurde. Hier kommt man sich mit etwas Fantasie noch vor wie Indiana Jones bei der Entdeckung neuer, alter Ruinen.
Nach Coba's Mayaruinen haben wir Coba's Cenote Tamcach-Ha besucht. Eine tiefe Höhlencenote. Über eine Holzkonstruktion klettert man vom Jungle aus in
die Unterwelt...
Auf dem Weg nach unten gibt es Plattformen auf
unterschiedlichen Höhen von denen man mehrere Meter ins Nichts springen
kann (theoretisch zumindest, da die Höhle mit großen Scheinwerfern
ausgeleuchtet wird). Ein beeindruckendes Erlebnis & nichts für Zartbesaitete, denn das Wasser ist zwar sehr klar, man sieht aber
dennoch nicht bis auf den Grund und, habe ich erwähnt, dass das Wasser
kühle 22 Grad hat?!
Und dann fuhren wir nach Chichen Itza...
erst einmal sei gewarnt: Touri-overkill und zweitens sollte man sich
nächstes mal dafür entscheiden, eine Nacht vorort zu verbringen um
morgens zeitig vor den 100en von Touribussen das Feld zu betreten! Wir wussten das nicht und kennen Chichen Itza nur so.
Für uns war das das erste Weltwunder (unserer Reise).
Unser Eindruck: gut erhaltene Pyramide am Hauptplatz, der weltgrößte
Pelota-Spielplatz, eine algenverseuchte Cenote und
viele Steinhaufen zu denen wenig bis nichts bekannt ist - was hat es nur
mit diesen Mayas auf sich?! Eigentlich gibt es sie ja noch. Alleine in Mexiko leben laut Wikipedia noch ca 6 Millionen. Bensch bemerkte, dass sie unter weit
schlechteren Bedingungen leben als der Rest der Bevölkerung. Das trifft wohl
in Playa del Carmen eher zu als in den ländlichen Gegenden.
Haben jedenfalls Handarbeiten von ihnen gekauft (Armband, Lampenschirme, Stickdeckchen - was sie sonst noch schnitzen und basteln sieht man auf den Fotos der Verkaufsstände in Chichen Itza.
Vermutlich arbeiten Maya auch als Zimmermädchen in der
florierenden Hotelerie. Außerdem haben wir beobachtet wie sie säckeweise Dosen oder Plastikflaschen am Strand gesammelt haben.
Laut Erzählungen von Mexikanern (nicht-Mayas) sind Mayas durch ihre, teilweise selbstgewählte Isolation, Bürger zweiter Klasse.
Es gibt ein tolles Buch von Frederick Catherwood und John Lloyd Stephens,
den echten Indiana Jones von Mittelamerika, für die Interessierten unter Euch.
Am Heimweg von Chichen Itza sind wir durch das bildhübsche Kolonialstädtchen
Valladolid. Nächstes Mal nehmen wir uns mehr Zeit und steigen dann auch aus dem Auto aus...
Nun sind wir wieder zurück in PdC und laben uns an Sonnenuntergang und Margaritas.